Mär 18 2009

Imbalanced - im wahrsten Sinne des Wortes

Lukas Pracht

Ja, es ist mal wieder an der Zeit ein bisschen an einem Spiel rumzumeckern. Zwar mit keinerlei böser Absicht, aber irgendwie juckt es mich in den Fingern, endlich mal etwas über Schlacht um Mittelerde 2 schreiben. Warum? Naja… weil mich so einiges daran ziemlich aufregt.

Erst einmal fangen wir doch mit der Beschreibung von besagtem Game an.
Schlacht um Mittelerde 2 ist ein Echtzeitstrategiespiel mit Basenbau. Wie der Name schon sagt, befasst es sich mit der Thematik aus den Tolkien-Romanen und natürlich ist dies auch schon der zweite Teil. Es stehen folgende Spielmodi zur Verfügung: Schnelle Schlachten, Kampagne, Ringkrieg und natürlich den Mehrspielermodus, insbesondere online (doch dazu später mehr). Zur Auswahl stehen allgemein sechs Völker: Elben, Menschen, Zwerge, Isengart, Mordor und die (wilden) Orks.
Und hier setzt auch schon mein erster Kritikpunkt an: jedes Spiel sollte was die Völker angeht, balanced sein. Nun, das ist hier einfach nicht der Fall. Was bei Warcraft 3 mit Bravour geschafft wurde, hat hier einfach nicht hingehauen. Nur ein Beispiel: Elben. Die Düsterwaldbogenschützen können mit dem Upgrade Silberdornpfeile aufgerüstet werden. Zusammen mit der riesigen Reichweite genannter Einheiten sinkt die Übelebensdauer von Helden auf zehn und die von Einheiten auf 0 Sekunden. Man stelle sich nur vor was passiert, wenn der gegnerische Spieler nur Einheiten dieser Sorte kauft (was manche leider auch wirklich tun. Aber natürlich sind die Elben nicht die Mächtigsten. Nein! Getoppt werden so ziemlich alle Völker von den Zwergen. Diese haben die nette Eigenschaft, Horden von Kriegern auszubilden, welche man alle mit riesigen Hämmern upgraden kann und die dann die gegnerische oder (schlimmerweise) die eigene Base in wenigen Augenblicken zu Sägemehl und Steinstaub verarbeiten. Aber damit nicht genug – um diesem kleinwüchsigen Völkchen noch mehr Macht zu verleihen, dürfen die Zwerge ihre Festung mit einem süßen kleinen Monstergeschütz ausrüsten, das nahezu die ganze Karte mit großen brennenden Steinchen bombardieren kann. Netterweise haben die Zwergenhelden ähnliche Fähigkeiten… am besten (ich bin in diesem Artikel äußerst ironisch) finde ich den Skill, mit dem die kleinen bärtigen Männer den Boden mit einem Hammerschlag erzittern lassen und somit eine ganze Armee ausschalten können.
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Spätestens jetzt wird’s unfair – Zwergenkatapulte mit Feuerschuss

Solche brutalen Flächenschaden hat aber so ziemlich jedes Volk bei Bfme2. Drachen beschwören, die alles abfackeln was vor ihre Napalmdrüsen gerät, Meteoriteneinschläge, Sonnenstrahlen die ganze Landstriche samt den Einheiten anzünden (es ist schon ärgerlich, wenn auf einen Schlag die gesamte mühsam zusammengesparte Armee brennend, kreischend und sterbend herumrennt), Pfeilhagelattacken (mit einer Reichweite von mehreren Kilometern – man kann zwar mit einem Bogen bis zu 900 Meter schießen, aber auch keine Wunder vollbringen) und noch andere grausige Spezialfähigkeiten.
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Alles Schlechte kommt von oben – ein elbischer Pfeilhagel

Diese ganzen Sachen gab es in Schlacht um Mittelerde 1 noch nicht. Dort war es auch noch nicht möglich alles mit Türmen zuzubauen, um ein Durchkommen so gut wie unmöglich zu machen. Das lag ganz einfach daran, dass man nicht einfach überall hinbauen konnte. Man musste erst bestimmte Punkte erobern oder konnte nur in der eigenen Base bauen. Auch war die Kommandeurspunktezahl noch begrenzt und nicht unendlich vergrößerbar wie hier. Helden waren auch noch normalsterblich und nicht unsterblich. Und wenn ich hier von unsterblich spreche, dann meine ich das auch.
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Etwas sehr nerviges – eine Tower-Mauer – da hilft nur schweres Belagerungsgerät

Denn damit bin ich auch schon beim nächsten Punkt: Eine weitere Neuerung, die durch Schlacht um Mittelerde 2 reinkam, war die Erstellung von selbst gemachten Helden. So kann man sich zum Beispiel einen Zwerg, einen Zauberer, eine Elbenbogenschützin, einen Heermeister usw. nach Lust und Laune gestalten, indem man sich Aussehen, Fähigkeiten und Attributwerteverteilung aussucht. Klingt ja eigentlich ganz nett. Aber hier gibt es wieder mal ein Problem. Einen Glitch! Hier beziehe ich mich allerdings nicht auf einen Grafik-Bug (auch wenn es davon manchmal auch ein paar gibt), sondern auf die Fehler beim selbst gemachten Helden. Im Online-Spiel nutzen manche Spieler diesen Bug, um ihren Helden die Fähigkeit zu verleihen, sich jederzeit zu heilen. Cooldown wird hier einfach ignoriert, das gibt es einfach gar nicht. Dann gibt es manchmal auch so lustige Szenarios, wenn ein normaler Schwertkrieger plötzlich die halbe Armee mit einem Feuerball in die Luft bläst. Bei mir waren da Frusterscheinungen wie das Beißen in die Tastatur oder das Kopf-gegen-die-Wand-Hauen keine Seltenheit.
Zum Glück gibt es gegen diese Glitch-User eine einfache Lösung: einfach nicht mit ihnen spielen. Man kann nämlich zu Anfang eines Matches festlegen, ob man mit/ohne selbst erstellte Helden spielt, den Ring einsetzten darf, usw.
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Auch die Geschosse von Verbündeten können meine Ents anzünden, wie ich hier schmerzlich erfahren musste

So macht das Spiel jedenfalls wieder einigermaßen Spaß… auch wenn man sich wegen der schlechten Balance des Spiels so manches Mal aufregen möchte.
Man kann allerdings nicht sagen, dass das Spiel schlecht ist. Es hat auch seine lichten Seiten. Die Möglichkeit, nun auch mal die anderen Völker (Elben und Zwerge) spielen zu können, ist doch sehr interessant, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass Gondor und Rohan nicht in ein Volk gepackt werden. Die Idee mit dem Ring, den man sich von dem auf der ganzen Karte herumstreunenden Gollum holen kann, finde ich auch sehr originell. Und im Grunde war das Heldenbauen ja eine super Idee – wenn sie nicht von manchen Spielern so missbraucht werden würde.
So ziehe ich wie immer hier mein Fazit:

Die Schlacht um Mittelerde 2 ist ein relativ gewagter Versuch, das geniale Vorgänger-Spiel in die zweite Runde zu werfen. In einigen Punkten, vor allem eben der Balance (die auch mit dem Patch nicht besser geworden ist), sind die Macher ziemlich gescheitert, vom Design her ist das ganze aber doch ganz schön fürs Auge, wenn man nicht unbedingt an ein Crisis-Niveau gewöhnt ist. Zudem ist dieses Game sehr einsteigerfreundlich – man braucht meist wirklich kein großes taktisches Vorwissen - und für die Herr-der-Ringe-Fans sind doch so einige Geheimnisse zu entdecken (zum Beispiel kann man alle elbischen Begriffe übersetzen). Die Musik ist wieder mal sehr schön, eben die tolle Filmmusik von Howard Shore und sie trägt zu der klassischen Herr-der-Ringe-Atmosphäre bei. Man hätte das ganze also eigentlich wieder zurechtbiegen können, wenn sich EA nicht taub gegenüber Beschwerden seitens der Online-Spieler stellen würde.
Auf einer Skala von eins bis zehn würde ich diesem Spiel eine sechs-bis-sieben geben, nach Abwägung von Vor- und Nachteilen. Und ich bin noch immer der Meinung dass Schlacht um Mittelerde 1 besser war und ist. Leider wurde aber der Online-Dienst eingestellt.

Nun seid ihr gefragt:
Was hat euch nicht an BfME2 gefallen?
Oder gerade warum gefällt euch das Spiel?
Fandet ihr das BfME1 auch besser?
Spielt ihr auch online und habt die selben Erfahrungen gemacht?


Dez 1 2008

Prince of Persia´s back!

Lukas Pracht

Endlich ist es so weit: der lang ersehnte Nachfolger ist da! Die Sands of Time Trilogie ist abgeschlossen, nun beginnt ein ganz neues Kapitel in der Geschichte des Prinzen.

Was mein erster Gedanke war, als ich den Trailer zum neuen Teil sah, war: Oha! Das lässt sich natürlich positiv oder negativ auslegen. Bei mir war das erst mal negativ. Das Setting, der Handlungsort, erinnerte erst mal so gar nicht an die faszinierende orientalische Welt aus den drei Vorgängern. Alles war düster (wogegen ich so generell eigentlich nichts habe :D) und der so genannte „Hunter“ sah aus wie ein riesiger Cyborg. Da war ich erstmal sichtlich enttäuscht, wie man sich sicherlich vorstellen kann. Schließlich hatte ich mit großer Begeisterung die ersten drei Teile gespielt: The Sands of Time, Warrior Within und The Two Thrones. Dort fand man eben all das was ich beim neuen vermisste.

Doch ist es nicht oft so, dass der erste Schein trügt? So war es zum Glück auch hier. Denn je mehr ich mir Videos von dem neuen Teil ansah, die unter anderem das Gameplay und das Making Of behandeln, desto mehr begann das Spiel mir zu gefallen. Als ich dann auch noch die Internetseite besuchte und das überwältigende und interessante Intro sah, war ich vollkommen überzeugt: Montreal Studios hat einen gewagten Schritt getan, aber einen verdammt guten Schritt. Dieses Prince of Persia wird einfach nur genial!

Viel neues ist dazu gekommen, also werde ich hier einmal die markantesten Neuerungen aufzählen:

1. Die Grafik: nicht mehr die klassisch gerenderten Spielfiguren, nein, diesmal wurden die Artwork-Zeichnungen übernommen. Da denkt man dann schon gleich an Comic-Style, doch das stimmt nicht! Wer hier Grafik á la Silverfall erwartet, ist auf dem Holzweg. Die Charaktere sehen nämlich eher aus wie Ölgemälde oder Aquarelle. Und das ist unglaublich kreativ ;P. Wer sich dann an diesen neuen Stil gewöhnt hat, wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Die Umgebung ist farbenfroh und scheint wie direkt aus dem Farbkasten übernommen. Und wenn man erst mal einen Ort von dem Bösen befreit hat, erblühen ganze Blumenwiesen und die Sonne durchbricht die trüben Wolken. Ein wahrer Lichtblick! Außerdem erinnert es mich ein bisschen an das gute alte Rayman – The Great Escape oder Hoodlum Havoc.

2. Die Kämpfe: Das Spiel hat mittlerweile schon fast pädagogischen Wert. Wo man in den Vorgängern die Gegner noch fröhlich und blutig enthaupten, spalten und entzweischneiden konnte, ist hier mehr peace am Werk. Nachdem man den Gegner mit atemberaubenden Kombos zusammen mit der Begleiterin und mit einem coolen neuen und sehr langen Schwert genügend geschwächt hat, ergreift dieser von selber die Flucht. Danach kann Elika - so heißt die neue Begleiterin - den Ort mit ihrer Magie säubern. Im Allgemeinen ist das Spiel also nicht mehr so brutal wie die Vorgänger, dafür sind die Kämpfe länger und dynamischer.

3. Die Begleiterin: Elika ist so etwas wie eine Revolution in Sachen KI. Mit ihrer Hilfe absolviert man akrobatische Meisterleistungen und gewaltige Kombos. Sie kann nicht sterben (äußerst praktisch, wenn man Sands of Time noch kennt ;D) und bewahrt einen öfters vor einem sehr tiefen Fall. Außerdem zeigt sie einem immer den richtigen Weg. Allerdings werde ich Fara, die indische Prinzessin mit dem Bogen, und Kaileena, die äußerst attraktive Herrscherin der Zeit, vermissen.

4. Die Akrobatik: Eines der besonderen Merkmale von Prince of Persia ist mitunter der Parcours. Wer diesen Trendsport aus Frankreich kennt, weiß, welch geniale Tricks der Prinz auf Lager hat. Das Klettersystem wurde hier sogar noch erweitert: man kann dank einer Krallenhand noch länger an der Wand laufen und Elika wird sozusagen zu einer Kletterhilfe. Ansonsten bleiben die alten Moves erhalten oder sehen einfach noch besser aus.

5. Die Story: Ich will jetzt hier noch nicht zu viel spoilern, also sag ich mal nur so viel: ein korrumpiertes Königreich, eine Nachfahrin aus dem ältesten Stamm von Kriegern an deiner Seite und deine Aufgabe: bringe die Welt in ihre ursprüngliche Schönheit zurück und vernichte das Böse.

Mein Fazit: Das neue Prince of Persia unterscheidet sich stark von den Vorgängern. Trotzdem liefert Ubisoft ein faszinierendes, kreatives, überwältigendes, spannendes und actiongeladenes Spiel, das in keiner Sammlung fehlen sollte. Für Fans: unbedingt kaufen! Für Einsteiger: unbedingt ausprobieren! Es lohnt sich auf jeden Fall. Das Spiel kommt dann am 11. Dezember raus und ist ein Super-Weihnachtsgeschenk. Ich freu mich schon drauf!

Nun seid ihr gefragt!
Was ist eure Meinung zum zukünftigen Prinzen?
Hat Hersteller Ubisoft einen Schritt in die richtige Richtung getan?
Überzeugt euch das Spiel auch grafisch?


Okt 19 2008

Lara 9.0

Simon Weber

Als normaler Mensch wird man ja von Tag zu Tag immer älter und bei den meisten sinkt somit leider auch die Attraktivität. Ganz im Gegenteil zu Miss Croft, welche von Spiel zu Spiel mehr Polygone, bessere Grafik Effekte und schickere Animationen serviert bekommt.

Jeder Gamer kennt die schatzsuchende Protagonistin aus dem Spiel Tomb Raider. Und bald ist es auch wieder so weit! Am 21.11.2008 erscheint Tomb Raider Underworld, der 8. Teil der Serie, für PC und alle aktuellen Konsolen. Am wichtigsten für Publisher Eidos ist wohl die Xbox 360, für die 2 Zusatzkapitel über Xbox live erscheinen sollen; wie gut, dass ich Letztere auch selbst besitze. Aber warum jetzt eine Partnerarbeit mit Microsoft, Eidos? Habt ihr nicht auf der “Special -Content” -DVD von TR Anniversary, eine Neuauflabe des ersten Teils, gesagt, dass die Playstation für den Erfolg von Tomb Raider mit beigetragen hat? Naja, wer weiß bzw. möchte schon wissen welche internen Geschäftsabläufe dafür verantwortlich sind ;).

Letzten Freitag, den 17. Oktober, haben die Entwickler wieder einige News präsententiert und für nächste Woche mehr Content auf ihrer Website versprochen: Zwei neue Gamplay Videos, Online Previews etc. Auch mein Lieblingsmagazin Gamestar hat für ihre nächste Ausgabe ein Preview angekündigt

So, nun kann man auch nur noch auf einen guten 8. Teil hoffen; ich persönlich freue mich auf den Release Termin jedenfalls wie ein kleines Kind. Moment, habe ich gerade 8. Teil geschrieben (?), wo in der Überschrift doch steht, dass es bereits 9 Laras gibt? Antwort: Tomb Raider Anniversary war nur einen Parallelentwicklung und wird auch von den Entwicklern nicht mitgezählt; es sollte ein Geschenk an die treuen Fans sein.

Und zum Abschluss noch ein tolles Bildchen, welches alle Lara Modelle zum Vergleich anbietet (Credits an die Eidos Foren, der genaue Benutzername ist mir leider entgangen):